Comics in der Leseförderung – oft unterschätzt, aber wertvoll

Comics haben in der Leseförderung viel Potenzial – werden aber häufig unterschätzt. Zu Unrecht, denn das Zusammenspiel von Bild und Text motiviert Kinder besonders gut, an einer Geschichte dranzubleiben.
Comics erweitern den Wortschatz auf ganz eigene Weise: Auch schwierigere Wörter lassen sich über den Bildkontext selbstständig erschließen. Das schafft Erfolgserlebnisse für alle Kinder – auch für bereits fortgeschrittene Leser:innen, die einen Comic eigenständig im Ganzen lesen können. Zudem lassen sich die Freiräume zwischen den Bildern individuell füllen, was Fantasie und logisches Denken stärkt. Das simultane Zusammensetzen von Bild- und Textinhalten ist zudem eine kognitive Leistung, die auch die Verarbeitung von digitalen Medieninhalten stärkt.
Trotz ihrer Beliebtheit bei Kindern sind Comics im Unterricht bislang unterrepräsentiert. Ein Grund dafür: Hochwertige Exemplare sind für einen ganzen Klassensatz oft teurer als klassische Erstlesebücher. Hinzu kommt, dass die Wertigkeit von Comics im Vergleich zu textlastigeren Büchern häufig als geringer empfunden wird.
Tipp: Das BLiQ (Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen) hat eine Liste mit Comic-Empfehlungen sortiert nach Unterrichtsfach zusammengestellt – für die Grundschule und die Sekundarstufe. Zur Comic-Liste (PDF)